Lustige Bandgeschichte
Weißwurscht is! (Teil 1)
Die Zeit vor "Weißwurscht is"
Im Jahre 1993 fing
ich (Tom Schalom) an mit meinem Bruder Martin Wagner, dem
Schlagzeuger Michael Obernitz, der Sängerin Jackson Belaj, dem Keyboarder
Markus Miehling und dem Gitarristen und Vollpunker Wolly Bittlmayer in
Inching (Altmühltahl) sich regelmäßig zu Bandproben zu
treffen,
um dort eigene Lieder wie "Baggersee fahr'n Bierchen heben"
(Jackson)
"Fucking all the System" (Tom) oder "Hot Sun hot Water"
(Martin, Jackson)
aber auch Covers wie "Smoke on the Water" oder "Schrei
nach Liebe" zu spielen.
Ein Auftritt auf der Geburtstagsfeier von Xaver Bösl aus Ochsenfeld
war das
erste und letzte Konzert der Kombo. Meine musikalischen Aktivitäten
beschränkten sich nun hauptsächlich auf Lagerfeuersongs und
ein paar eigenen
Stücken.
Rodscha war in dieser
Zeit mit seiner Punkband DMA (Die Müden Arbeiter)
unterwegs. Er spielte damals schon Konzerte im legendären "Komm"
in Nürnberg
oder auf dem "Eichstätter Open Air", das damals noch in
Pietenfeld
stattfand. Lieder wie "Peace" wurden damals schon vor versammelten
Punkpublikum geträllert. Rodscha gründete in dieser Zeit ein
Akkustik-Duo
mit dem Gitarristen Werner Spiegel, das sich "Halt keine Gewalt"
nannte.
Rodscha veranstaltete damals auch das erste (und letzte) Chaosfestival
in
Pollenfeld, das seinen Namen richtig ehre machte, so dass der Hauptact
"Lustfinger" gegen ein kleines Dankeschön wieder heimgeschickt
wurde.
Rodscha trifft
Charly
Charly und Rodscha
kannten sich gegenseitig nur ein bisschen von Partys und
Kneipen in Eichstätt. Als sie dann beide 1993 mit ihrem Abi fertig
wurden,
kamen sie sich in Regensburg beim Studieren näher. Da sie beide Lehramt
studierten, amüsierten sie sich gemeinsamen köstlich über
die wenigen
Vorlesungen die sie besuchten und verbrachten viel Zeit mit Weggehen und
"rumblöddln". Ein Starkbieranstich in der Eichstätter
"Schicksn" (jetzt
Fiddlers Green) mit viel Bier und Songs wie "Im Wagen vor mir fährt
ein
junges Mädchen", dass sie fast eine 1/2 Stunde trällerten,
sorgte schon für
ein bisschen Furore und brachte frischen Wind in die Eichstätter
Musikszene.
Charly und Rodscha hatten damals schon lustige Namen wie "Die Maikäfer"
oder
"Die drei lustigen Zwei".
Rodscha war damals schon sehr sehr viel mit der Gitarre unterwegs und
so entstanden
damals auf Feiern und Partys die legendäre Unterhosenparty oder Lieder
wie Mähdrescher.
Rodscha trifft Tom
Ich (Tom Schalom)
kannte Rodscha nur vom hören und traf ihn irgendwann mal
in Breitenfurt in der "Altmühlschänke", in der ich
mit meiner damaligen Freundin Ruth
dort war und Rodscha mit einem Schwung Spätschichtarbeiter hinkam.
Und dort
entstand ungefähr folgender Dialog:
Tom: "Servus,
ich hab gehört, dass Du auch a bissl Musik machst"
Rodscha: "Ja, Punk und so..."
Tom: "Ich möchte eine ganz ausgefallene Band gründen, mit
total verrückten
Leuten, die nur vollen Blödsinn auf der Bühne machen, wo einer
auf
Kochtöpfen spielt, mit Gitarre und ganz verrückten Instrumenten
und möchte
Ärzte-Songs covern"
Rodscha: "Ich spiele nichts nach, des ist nichts für mich..."
So war für mich
klar, dass des mit dem Rodscha wohl nichts wird und so sah
sich nach anderen Musikern um, fand aber keine, die da so richtig mitzogen.
...ein paar Monate
später...
Ich in bester Stimmung
im Weinhäusl im Eichstätter Volksfest.
Die Band im Weinhäusl heizte die Menge ein, alles stand auf den Bänken,
tanzte
und sang. Ein paar Minuten, nachdem die Band ihr letztes Lied trällerte,
ging ich auf die Bühne und fing an Schlagzeug zu spielen, die Menschen
jubelten, schrien und meinten, jetzt gehts wieder weiter. 5 Minuten später
jedoch werde ich von den Ordnern rausgeschmissen. 10 Minuten später,
das
gleiche Spiel nochmal - ich hinterm Schlagzeug - die Menge schreit mir
zu -
3 Minuten später bin ich schon wieder vor der Tür.
Kurz drauf krabbelte
ich durchs Fenster über einen Biertisch rein und traf
dort den Werner Tschiedl, der Veranstalter des Resifestes, auf dem Roger
in
einer Woche solo auftreten sollte. Der sagte dann zu mir: "Wenn Du
da jetzt
nochmal raufgehst, dann kannst du gleich nächste Woche auf dem Fest
von mir
spielen". Ich sagte ihm zu, ging rauf, spielte ein paar Schläge
und flog
wieder raus. Draußen draf ich dann zufällig auf Rodscha, mit
dem ich
ausmachte, dass wir uns morgen zum einüben der Lieder treffen.
Einen Tag später
wurden an einem Abend an die 30 Lieder auf Glaskartons in
der Kneipe "Journal" aufgeschrieben, die damals Eröffnung
hatte. Ab 24 Uhr
spielte mir Rodscha alle Songs auf dem Frauenberg im VW-Bus vor, bis wir
beide nicht mehr konnten. Das war dann auch die letzte gemeinsame Probe
vor
dem gemeinsamen Auftritt auf dem Resifest, da ich unter der Woche in
Rosenheim Zivildienst machte.
Tom trifft Charly
Das Konzert im Eichstätter
Resifest war echt der Hammer! Es waren an die 300
bis 400 Leute da, die uns größtenteils noch nie gesehen hatten.
Rodscha und
ich waren beide so dermaßen aufgeregt, dass wir uns einredeten,
wenn wir nur
10% der Leute erreichen langt des schon. Wir spielten auf einem alten
Bauernsofa, dass Rodscha aus dem Wohnzimmer seiner Eltern mitnahm. Der
Auftritt war sehr chaotisch und ausfallend, doch die Leute waren alle
sehr
begeistert. Bereits nach dem ersten Lied schrien die Leute Zugaberufe.
Wir
sprangen auf dem Sofa mit den Gitarren rum, als wären wir Kinder.
Beim
letzten Lied kam dann noch der Charly mit einer Unterhose auf dem Kopf
auf
die Bühne. Als mir nach dem Konzert der Rodscha erzählte, dass
der Charly
bei uns mitspielen sollte, konnte ich mir das gar nicht vorstellen, wie
ein
Klavier zu zwei Gitarren passen sollte.
Rodscha, Charly und Tom spielen gemeinsam
Dann ging alles sehr
schnell. Rodscha machte gleich in Regensburg einen
Tonstudiotermin aus. So probten wir an die 2 Wochen durch. Als Proberaum
diente das Wohnzimmer vom Binder Klaus. Die Proben wurden durch viele
Gäste
und Bier immer zu kleinen Partys.
Wie kam es zum
Namen?
Und dann war es soweit, wir in Regensburg im Tonstudio. Nachdem wir in
der
Wunderbar am Tag zuvor noch die zweistimigen Gesänge eingeprobt haben
und
dazu das ein und andere Bier genossen haben, waren wir am Tag der Aufnahme
alle
sehr gut vorbereitet. (Charly sah sich das WC des Tonstudios schon a bissl
länger und intensiver an). Nachdem dann die Mischerin auch checkte,
welche
Chaoten wir sind, meinte sie dann inrgendwann: "Lieber verkehrt als
gefühllslos" und so stand der Name der CD auch fest. Als dann
mal irgendwas
nicht gleich beim ersten Mal funktionierte, meinte der Charly dann ach,
"Weißwurscht is!". Wir waren dann alle sehr von diesem
Namen begeistert,
dass des dann der Runniggag der Tage wurde.
Bei der ersten CD
war alles noch sehr einfach und aufwendig. So kopierte
Charly damals noch alle CD-Covers, die dann mühevoll per Hand ausgeschnitten
wurden und in Charlys Stammkneipe "Resi" zusammengebaut wurden.
Vielen Dank
nochmal an alle und besonders auch an den "Hanserbauer", der
sogar noch so
freundlich war, uns eine abzukaufen, obwohl er beim basteln ganz fleißig
war.
Roger, Charly und
ich spielten dann überall, wo es nur ging. Einmal sagte
jemand zu uns, bei jeder Party wo mehr als 3 Leute sind, spielte
"Weißwurscht is".
Irgendwann lernten
wir dan die Cathi kennen, die erst im Vorprogramm bzw.
Zwischenprogramm von uns Lieder von "Janis Choplin" spielte,
dann ein Jahr
später, nachdem sie Gitarrenspielen konnte, bei uns fest einstieg.
Die Geigenspielerin
Monique lernten wir auf dem Open Air in Oberviechtach kennen. Die nach
einigen Jamsessions dann einfach bei den Konzerten mitspielte.
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